Von den Leviten bis hin zur Hausmeisterin

Adolf Graf - Ev. Gemeindeblatt 1971.

     Seit die von Gott angesprochenen Menschen sich als Gemeinde zusammen finden, sind ihre Gaben für die Gemeinschaft nutzbar gemacht und Aufgaben an Einzelne delegiert worden.
     Im Volk Israel war ein ganzer Stamm damit beauftragt, die Gottesdienste in Stiftshütte und Tempel zu begleiten und neben dem Dienst der Priester alles hierfür Erforderliche zu erledigen: die Leviten.

     In der christlichen Urgemeinde gab es das Amt der Diakonin und des Diakons. Es umfasste neben den heute bekannten "diakonischen" auch gottesdienstliche Aufgaben, darunter bereits die Funktion des Türhüters. Versammelte sich die urchristliche Gemeinde "hin und her in den Häusern", so kam es im Laufe der Zeit zum Bau spezieller gottesdienstlicher Versammlungsräume, den Kirchengebäuden.  

     Die Reformationszeit gab dem Hüter- und Wächteramt eine vielgestaltige Ausprägung. Wie die Gottesdienstformen sich je nach geographischer und politischer Lage unterschieden, fand das Amt verschiedene Bezeichnungen und Aufgabenstellungen, die zum Teil heute noch erhalten sind: Glöckner, Mesner, Kirchendiener, Kirchenvogt, Kirchwart, Kirchvater, Kirchendiakon, Küster, Opfermann, Sakristan ...

    Mit der heutigen Spezialisierung im Berufsleben hat sich das Aufgabenfeld des Mesnerdienstes nun dort angesiedelt, wo es um Pflege und Erhaltung der kirchlichen Gebäude geht - beim Hausmeisterdienst ist seine Zweckbindung schon von vornherein klar. Doch das ändert am biblisch-geistlichen Hintergrund dieses Dienstes nichts.

     Dienstregeln und -anweisungen wurden erarbeitet, soziale Leistungen und Vergütungsgarantien bieten finanzielle Sicherheit - und als ein Ziel wird die Anerkennung des Mesneramtes als Ausbildungsberuf angestrebt. 

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